Hausverbot im Fitnessstudio

Geno-Typ-Diäten – die reine Verbraucherabzocke.

Immer wieder mal stoße ich auf Werbeangebote zu den o.g. Geno-Typ-Diäten. Das Prinzip: aufgrund einer teuren Genanalyse gibt es eine Einstufung in diverse Genoptypen mit detaillierten Listen zu Lebensmitteln und Sportarten, oftmals auch noch gekoppelt mit dem Verkauf von „unbedingt notwendigen“ Nahrungsergänzungsmitteln. Da dem keinerlei belastbare, wissenschaftliche Daten zugrunde liegen warnt auch die Verbraucherzentrale regelmäßig vor diesen Angeboten.

Ich frage mich immer wieder, warum auch eigentlich kompetente Anbieter von Bewegung, wie z.B. ein Fitnessstudio in Balve, auf solch einen Zug aufspringen und sich damit in die Gefahr begeben, ihren guten Ruf auf´s Spiel zu setzen. Ist es reine Profitsteigerung ohne Rücksicht auf die Gesundheit und das Portemonnaie der Kundschaft? Ein echtes Plus an Service kann mit so einem windigen System sicher nicht erreicht werden.

Meinen Vertrag in diesem Studio brauche ich nicht kündigen, da mir die Geschäftsführerin kürzlich ein Hausverbot erteilt hat. Der Grund: Ich habe die Methode öffentlich kritisiert, u.a. auf der fb-Seite des Studios. Eine öffentliche Diskussion fand sie zuviel des Guten. Als Ernährungsberater/DGE, der sich auf die Fahnen schreibt nur wissenschaftlich belegte Methoden zu nutzen, möchte ich die Verbreitung unseriöser Methoden auf keinen Fall unterstützen.

Mehr zu den Methoden, z.B. des Anbieters MetaCheck®, gibt´s auf den Seiten der Verbraucherzentrale NRW.

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Vegane Ernährung

Vegane Ernährung- Position der DGE

die vegane Ernährung bringt in der heutigen Gesellschaft viel Kritik mit sich. Im folgenden Beitrag wird die Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V (DGE) geschildert, um diese “Problematik” genauer zu veranschaulichen.

 

 

 

Prinzip der veganen Ernährung

Eine vegane Ernährung beinhaltet in erster Linie den kompletten Verzicht auf Lebensmittel tierischen Ursprungs. Somit nicht nur, wie bei der vegetarischen Ernährung, den Verzicht auf Fleisch und Fisch, sondern beispielsweise auch auf Milchprodukte, Honig, Eier etc.

 

Position der DGE

 

Problematik der veganen Ernährung: Nährstoffzufuhr

Die deutsche Gesellschafft für Ernährung e.V. bezieht sich, bezüglich der veganen Ernährung, größtenteils auf die Nährstoffzufuhr, die bei einer veganen Lebensweise aufgrund des Verzichts von tierischen Lebensmitteln problematisch werden kann. Je einseitiger die Ernährung sei und je mehr auf diese Lebensmittel verzichtet werde, desto größer sei die Gefahr eines Nährstoffmangels. Die DGE bezieht sich dabei auf Proteine bzw. langkettige n3- Fettsäuren, auf Vitamine und auf Mineralstoffe, wie Calcium, Eisen und Jod.

 

Ihren Fokus legt die DGE jedoch auf das Vitamin B12, welches z.B. für den Zellwachstum und die Bildung roter Blutkörperchen etc. benötigt wird. Jedoch ist der Bedarf  in einer rein veganen Ernährung nur sehr schwierig zu decken, da dieses Vitamin nur hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Somit weist die DGE auf Alternativen hin, das nötige Vitamin B12 aus pflanzlichen Produkten zu sich zu nehmen, wobei zu erwähnen ist, dass diese Zufuhr aus pflanzlichen Nahrungsmittel viel zu gering und für den Menschen schlecht verwertbar ist. Wenn also ein B12- Mangel vorliegt, so leiden Betroffene beispielsweise an Störungen der Zellfunktion oder an neurologischen Störungen.

 

Aufgrund dieses Risikos, wird Veganern empfohlen ihren B12-Status regelmäßig überprüfen zu lassen und zu dem noch weitere Nährstoffpräparate zu sich zu nehmen, um einen Nährstoffmangel zu vermeiden. Bei zu großem Nährstoffmangel ist laut der DGE keine vegane Ernährung möglich.

                    

Problematik der verganen Ernährung: Säuglinge & Kleinkinder

Die DGE sieht bei Säuglingen, Kleinkindern und somit auch bei schwangeren und stillenden Müttern eine höhere Gefährdung als bei Erwachsenen. Jeder Säugling ist von der Vitamin B12-Zufuhr der Mutter abhängig, denn während der Schwangerschaft  ist diese Zufuhr überlebensnotwenig für ihn, da bei einem nicht ausreichenden Vitamin B12-Haushalt der Mutter dies zu großen Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt führen kann. Während der Stillzeit kann ein Vitamin B12-Mangel der Mutter schon in den ersten Lebensmonaten des Säuglings neurologischen Störungen verursachen.

 

Außerdem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass viele vegan lebende Eltern möchten, dass ihre Kleinkinder sich ebenfalls vegan ernähren. Dies sieht die DGE jedoch als sehr problematisch an, da dies bei den Kindern somit schon in frühen Jahren zu einen Nährstoffmangel führen kann, der ihre Gesundheit und Entwicklung beeinträchtigt. Somit wird eine vegane Ernährung der Mütter während der Schwangerschaft und/ oder der Stillzeit und Kleinkindern ausdrücklich nicht empfohlen.

 

Fazit

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. sieht als ausgewogene und gesunde Ernährung eine Mischkost an, die sich aus vielen pflanzlichen, aber auch aus wenigen tierischen Lebensmitteln zusammensetzt. Sollte man sich aber trotzdem für eine vegane Ernährung entscheiden, so sollte der/die jenige beachten, die “richtigen” Alternativlebensmittel und zusätzliche Nährstoffpräparate (wie Vitamin-B12) zu sich zu nehmen, da es sonst aufgrund der erschwerten Nährstoffaufnahme zu Mangelerscheinungen kommen kann. Die DGE weist darauf hin, dass ohne eine weitere Einnahme von Vitamin B12 keine vegane Ernährung ohne Mängel möglich ist. Außerdem sollten Veganer regelmäßig ihren Nährstoffhaushalt ärztlich überprüfen lassen und sich gegebenfalls von einer Ernährungsfachkraft beraten lassen. Schwangeren, stillenden Müttern und Kleinkindern ratet die DGE jedoch, aufgrund des erhöhten Erkrankungsrisikos, von einer veganen Ernährung ab.

 

 

Svenja Hauser (Praktikantin)

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Schlank im Schlaf?

Die Traumfigur im Schlaf erlangen – ein Traum. Bleibt auch leider erst einmal ein Traum. Hinter dem Konzept von Detlef Pape steckt schon mehr als es sich anhört.


Das Konzept stellt sich grob aus den sogenannten

vier Säulen zum Erfolg zusammen:

 

1.Ernährung, 2. Bewegung, 3. Entspannung und 4. Gesunder Schlaf

 

Diese Aspekte kommen einem sicher sehr bekannt vor und es leuchtet ein, dass man so auf lange Zeit gesehen gut auf sein Wohlfühlgewicht kommen kann.

 

Was ist also das besondere an dem „Schlank im Schlaf“ - Abnehmprogramm?

Der Unterschied zu den meisten Diäten besteht darin, nicht hungern zu müssen und außerdem ist dieses Abnehmkonzept theoretisch auch länger durchführbar, was bei vielen Diäten ziemlich schwer erscheint.


Die Ernährung bildet die erste Säule von Papes Konzept. 

Die Insulin-Trennkost spielt hierbei eine tragende Rolle. Vorgesehen sind drei feste Mahlzeiten täglich mit mindestens fünf Stunden Pause. Zwischenmahlzeiten sind nicht vorgesehen, da jede Zwischenmahlzeit neue Arbeit für die Bauchspeicheldrüse bedeutet. Dies führt dazu, dass der Insulinspiegel nicht richtig zum Absenken kommt, weil die Bauchspeicheldrüse nach kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten Insulin ausschüttet, um den Blutzucker verstärkt abzubauen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt allerdings fünf Mahlzeiten am Tag, insbesondere wenn Heißhungerattacken auftreten.


Zum Frühstück stehen ausreichend Kohlenhydrate auf dem Speiseplan, aber keine tierischen Eiweiße (z.B. Käse, Wurst, Joghurt, Ei). Mittags ist dann Alles erlaubt, es sollte aber Wert auf eine abwechslungsreiche, vollwertige Mischkost gelegt werden. Auch in Sachen Getränke steht einem zu der Zeit alles offen, wobei ungesüßte Getränke wie Wasser, Tee oder Kaffee mit etwas Milch natürlich die bessere Alternative darstellen. Abends sind dann nur eiweißhaltige Produkte vorgesehen (z.B. Fleisch, Fisch) sowie Salat, da die Energie für die nächtliche Fettverbrennung zu 70% aus Fettdepots und zu 30% aus Zucker bezogen wird. Tabu sind abends Kohlenhydrate, z.B. Brot, Nudeln, Kartoffeln und Hülsenfrüchte. Aber auch Lebensmittel mit geringeren Gehalten an Kohlenhydraten sind verboten, z.B. Wurzelgemüse und Obst.


Die vorgesehene tägliche Energiezufuhr von etwa 1800 kcal (nach D-A-CH mind. 2000 kcal) soll sich aus mehr als 50% Kohlenhydrate, 32% Fett und 18% Proteine zusammensetzen.


Zum Vergleich:


 1. Empfohlene Werte der DGE aus den Beratungsstandards

 a) Kohlenhydrate: mehr als 50% der Energiezufuhr

 b) Fette: 30% der Energiezufuhr

 c) Proteine: 9-11% der Energiezufuhr


 2. Tatsächliche Zufuhr: Ernährungsbericht 2012 der DGE

 a) Kohlenhydrate: männl. 45% der Energiezufuhr, weibl. 49% der Energiezufuhr

 b) Fette: männl. 36% der Energiezufuhr, weibl. 34% der Energiezufuhr

 c) Proteine: männl. und weibl. im Median 14% der Energiezufuhr


Eine weitere entscheidende Rolle spielt die Bewegung, denn mit Ernährung allein ist es nicht getan.

Detlef Pape rät in dem Buch „Schlank im Schlaf – Das Basisbuch“ zu einer Kombination aus Yoga, Ausdauertraining und Krafttraining (Muskelaufbau). Optimal sei hierbei, das Muskelaufbautraining vor das Abendessen zu verlegen, da die eiweißreiche Mahlzeit den Fettabbau und das Muskelwachstum anregt. Zudem sollte der Alltag möglichst aktiv gestaltet werden.


Da auch Stress ein Cofaktor für Übergewicht ist, sollten Ruhe- und Entlastungsphasen im Alltag fest verankert sein. Das oben genannten Buch der Schlank-im-Schlaf-Reihe gibt durchaus brauchbare Tipps bezüglich Entspannung und empfiehlt Meditation und Entspannungsübungen.


Ein gesunder Schlaf ist sehr wichtig für Regenerations- und Reparaturprozesse. Idealerweise sollte man vor 23 Uhr plus/minus eine Stunde schlafen gehen, da ab Mitternacht die Tageshöchstmenge an Wachstumshormonen ausgeschüttet wird. Herr Pape rät sogar vor 22.00 Uhr.


Wieso funktioniert dieses Konzept?


Die Energiezufuhr wird starr auf 1.800 kcal festgesetzt, unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Aktivität. Das liegt unterhalb des durchschnittlichen Energiebedarfs (ca. 2.000 kcal) und führt daher in der Regel zu einer Gewichtsabnahme da die Diät hypokalorisch ist. Zudem wird durch die Empfehlung von Sport und Bewegung der Energiebedarf weiter erhöht und somit die negative Energiebilanz vergrößert.


Die relativ schnelle Gewichtsabnahme in der ersten Tagen (Nächten) entsteht durch die Entleerung der Glykogenspeicher am Abend (KH-arme Kost + Bewegung). Glykogen ist die Speicherform der Kohlenhydrate. Es wird mit Hilfe von Wasser eingelagert. Die Masse des Glykogens im Körper beträgt 300 - 400 g, 1/3 in der Leber und 2/3 in der Muskulatur. Da 1g Glykogen 3-4 g Wasser bindet, kann dies zu einem Gewichtsverlust von bis zu 1,5 kg allein in der ersten Nacht führen.


Papes Diätkonzept ist allerdings nicht wirklich wissenschaftlich belegt. Er beruft sich lediglich auf eine kleine Studie, die nicht sehr aussagekräftig ist. Außerdem gibt es zahlreiche Studien, die mit umkehrten Vorzeichen gleiche Ergebnisse erzielen, z.B.: Gewichtsreduktion bei Klienten, die nur am Abend kohlenhydratreich gegessen haben, oder eine weitere Studie die belegt, dass Proteine über den Tag verteilt besser für den Muskelaufbau seien als nur am Abend. 


Fazit: Man kann auch mit dieser Methode abnehmen. Grund sind die verminderte Energiezufuhr, mehr Bewegung und mehr Entspannung. Der erhöhte Energieumsatz im Schlaf ist zwar prinzipiell richtig, in seiner Größenordnung aber völlig überschätzt, z.B. im Vergleich mit der körperlichen Aktivität tagsüber. Wer einen Jo-Jo-Effekt vermeiden möchte, der sollte sich fachkundige Unterstützung dazu holen. 


Ein Beitrag von Ebba Theisges, Schülerpraktikantin 10. Klasse Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium Hemer


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